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2018

Die Bundesregierung hat unter Federführung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sowie des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) eine Datenethikkommission eingerichtet. Sie soll Antworten geben auf dringende ethische und rechtliche Fragen zum Einsatz von zukunftsweisenden digitalen Technologien wie Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. Prof. Dr. Christiane Woopen übernimmt gemeinsam mit Prof. Dr. Christiane Wendehorst (Universität Wien) als Co-Sprecherin den Vorsitz der Kommission.

Die erste Sitzung der 16 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Daten- und Verbraucherschutz findet im Beisein von Bundesministerin Dr. Katarina Barley und Bundesminister Horst Seehofer am 5. September 2018 im BMI in Berlin statt.

Zur Presseinformation der Universität zu Köln gelangen Sie hier.

Nähere Informationen zu den Aufgaben und Mitgliedern der Datenethikkommission finden Sie auf der Webseite des BMI.

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Mit dem Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft ist 2017 in Berlin das vom BMBF geförderte Deutsche Internet-Institut entstanden. ceres ist Netzwerkpartner des Forschungsverbundes. Am 26. Januar 2018 fand das erste Treffen der 28 Partnerinstitutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft in Berlin statt. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite des Weizenbaum-Instituts.

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2017
v.l.n.r.: Erkki Raulo (Young Scientist Programme leader des ERA-Networks/Academy of Finland), Preisträgerin Carolin Schwegler und Hannele Lahtinen (Academy of Finland)

Projektleiterin Prof. Dr. Christiane Woopen und -koordinatorin Carolin Schwegler, M.A. stellten auf dem “ERA-NET NEURON MidTerm Symposium of the joint transnational calls ‘Neurodevelopmental Disorders’ and ‘ELSA of Neuroscience’“ am 18. und 19. September in Riga erste Ergebnisse des ceres-Projekts PreDADQoL (Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Prädiktion der Alzheimer-Demenz) vor.

Von den auf dem Symposium ausgestellten Postern wurde Schweglers Beitrag “MCI-patients’ and caregivers’ expectations towards risk prediction of AD: Preliminary findings from the PreDADQoL interview study” mit dem “Best Poster Award” des European Research Area Networks (ERA-NET) NEURON ausgezeichnet, zu dem wir herzlich gratulieren!

Das Poster enthält zentrale Ergebnisse der qualitativen PreDADQoL-Vorstudie. Die bislang geführten Interviews haben gezeigt, dass sich Patienten mit leichten kognitiven Einschränkungen und deren Angehörige die Auswirkungen von prädiktivem Wissen nur vereinzelt bewusst machen. Mit der Untersuchung verfolgen die Patienten in der Regel das Ziel, mehr Sicherheit über ihren Gesundheitszustand zu erlangen. 

Da eine Risikovorhersage diese Sicherheit nicht bieten kann, müssen Beratung und Information im Vorfeld dringend verbessert werden. Nur wenn mit Patienten und Angehörigen ausführlich über mögliche Resultate und verschiedene Auswirkungen der Untersuchung gesprochen wird, kann eine selbstbestimmte informierte Entscheidungsfindung stattfinden.

Nähere Informationen zu PreDADQoL sowie das Poster finden Sie hier.

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Im Rahmen der Studie NRW80+ wurde Anfang August nach knapp zweijähriger Vorbereitung mit der Befragung von insgesamt 1.800 hochaltrigen Menschen begonnen. In persönlichen Interviews soll sie dazu beitragen, erstmalig ein repräsentatives Bild der Lebensqualität und des Wohlbefindens Hochaltriger in Nordrhein-Westfalen zu erhalten. Alle Angesprochenen wurden nach dem Zufallsprinzip aus den Melderegistern der Gemeinden in NRW gezogen. Somit hat jede Person über 80 Jahren statistisch dieselbe Chance, sich an der Studie zu beteiligen. Die Befragung wird im Auftrag der Universität zu Köln von geschulten Interviewern des Sozialforschungsinstituts Kantar Public (ehemals TNS Infratest) durchgeführt und vom nordrhein-westfälischen Forschungsministerium gefördert. Erste Ergebnisse der Befragung sollen im Frühjahr 2018 präsentiert werden.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

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Steigende Lebenserwartung, fortschreitende Digitalisierung und eine zunehmende kulturelle Vielfalt an Lebensentwürfen: Unsere Gesellschaft durchläuft einen tiefgreifenden Wandlungsprozess. 4,8 Millionen Menschen in Deutschland sind über 80 Jahre alt; 1,6 Millionen Senior_innen haben einen Migrationshintergrund. Beide gehören zu den am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig steigt der Einfluss digitaler Technologien auf zentrale Lebens- und Gesellschaftsbereiche stetig. 

All diese Veränderungen stellen auch das Gesundheitssystem vor neue inhaltliche und strukturelle Herausforderungen: Welchen Einfluss haben die geänderten Rahmenbedingungen auf unsere gesellschaftlichen Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit? Wie beeinflussen sie unsere Auffassungen von Solidarität und Gerechtigkeit? Und welche Folgen ergeben sich dadurch für normative Handlungsanweisungen und Versorgungserwartungen? 

Diese und weitere Fragen werden im Projekt „Normen im demographischen Wandel – Gesundheit und Krankheit, Solidarität und Gerechtigkeit (NoWa)“ theoretisch und empirisch näher untersucht. Ziel des Projekts ist es, ein Modell zur Bestimmung der Konzepte von Gesundheit und Krankheit sowie von Solidarität und Gerechtigkeit zu entwickeln, das verschiedene gesellschaftliche Kontexte berücksichtigt. Darauf aufbauend wird ein normativ fundierter Kriterienkatalog erstellt, der dazu beitragen soll, Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung in einer alternden Gesellschaft analysieren, bewerten und zukunftssicher gestalten zu können.

Koordiniert wird das vom Bundesministerium für Gesundheit für zweieinhalb Jahre mit über 400.000 Euro geförderte Projekt von Prof. Dr. Christiane Woopen. An NoWa beteiligt sind zudem das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Berlin (Michaela Evers-Wölk) sowie das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie (Prof. Dr. Armin Grunwald). Die Beteiligung der älteren Bevölkerung gewährleistet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen; weitere Praxispartner sind der Deutsche Caritasverband und die Diakonie Deutschland.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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„eBay, Google & Co. – Die Zukunft digitaler Märkte“: Zu diesem Thema war ceres auch in diesem Jahr auf dem internationalen Philosophie-Festival phil.cologne vertreten. Die Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann (Deutscher Ethikrat) und Prof. Dr. Axel Ockenfels (WiSo-Fakultät der Universität zu Köln) fand am 11.06.2017 vor rund 100 Besucher_innen im Camphausen-Saal der IHK zu Köln statt; es moderierte Prof. Dr. Christiane Woopen.

Im Anschluss an die Eingangsstatements entstand eine intensive Diskussion, an der sich auch das Publikum rege beteiligte. Die Experten waren sich darin einig, dass die fortschreitende Digitalisierung Wissenschaft, Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen stellen wird. Möglichkeiten digitaler Selbstbestimmung, zukünftige Geschäftsmodelle von Firmen wie Google und Uber, der gläserne Patient, Pflegeroboter und das autonome Fahren waren ebenso Gegenstand der vielseitigen Auseinandersetzung wie die Zukunft der Arbeit, der drohende Verlust von Arbeitsplätzen und neue Versorgungs- und Einkommensmodelle.

Der Verlauf der erkenntnisreichen Diskussion zeigte auf, dass die vielfältigen Herausforderungen der Digitalisierung eine interdisziplinäre und umfassende gesellschaftliche Auseinandersetzung erfordern werden. 

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Am 1. Juni 2017 hielt Prof. Dr. Christiane Woopen im Forschungs- und Entwicklungszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG in Heidelberg die 34. Bertha Benz-Vorlesung zum Thema „Zukunftsvisionen einer digitalisierten Gesundheitsversorgung“. In ihrem von über 350 Besucher_innen verfolgten Vortrag erörterte sie die Chancen und Risiken einer individualisierten Präzisionsmedizin, die durch die massenhafte Erhebung und digitale Speicherung von personenbezogenen Daten möglich wird. 

Die Daimler und Benz Stiftung veranstaltet die Bertha Benz-Vorlesung seit 1987 jährlich im Gedenken an die Pionierleistungen von Bertha Benz. Seit 2009 wird in diesem Rahmen auch der mit 10.000 Euro dotierte Bertha Benz-Preis verliehen. Ausgelobt hat die Stiftung diesen Preis für junge Ingenieurinnen, deren Dissertationen von hoher gesellschaftliche Relevanz sind. In diesem Jahr wurde Dr.-Ing. Cornelia Sennewald von der TU Dresden für die Entwicklung eines neuartigen, einfach in die Praxis übertragbaren Leichtbau-Verfahrens ausgezeichnet. 

Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Zum vierten Mal hat die Universität zu Köln im Rahmen ihres Zukunftskonzepts den „UoC Advanced Postdoc Grant“ für hervorragende NachwuchswissenschaftlerInnen vergeben. In diesem Jahr geht das Stipendium an Dr. Simone Dohle, Assistant Professor am Social Cognition Center Cologne und Mitglied von ceres. Ihr Forschungsprojekt mit dem Titel „The Impact of Implicit Theories on Health Behavior“ wird über drei Jahre mit insgesamt 165.000 Euro gefördert und ist im ceres-Schwerpunkt Gesundheitskompetenz in komplexen Umwelten angesiedelt.

Dohles Projekt befasst sich mit impliziten Theorien – d.h. Überzeugungen darüber, inwieweit menschliche Eigenschaften wie Intelligenz veränderbar oder vorbestimmt sind. Konkret untersucht werden soll, ob und inwieweit implizite Theorien gesundheitsbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen beeinflussen. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen könnten Gesundheitsprogramme entwickelt werden, um Menschen langfristig zu einer gesunden Lebensweise zu motivieren.

Nähere Informationen zum UoC Advanced Postdoc Grant 2017 finden Sie hier.

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Gruppenfoto der EGE mit Prof. Dr. Christiane Woopen und EU-Kommissar Carlos Moedas (vordere Reihe, 3. v.r.)

Die neu besetzte European Group on Ethics in Science and New Technologies (EGE) hat auf ihrer konstituierenden Sitzung am 25. April Frau Prof. Dr. Christiane Woopen zur Vorsitzenden gewählt.

Die EGE ist eine unabhängige, interdisziplinär zusammengesetzte Expertengruppe. Sie berät die Europäische Kommission in ethischen Fragen im Zusammenhang mit den Naturwissenschaften und neuen Technologien sowie den weiterreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen von Fortschritten auf diesen Gebieten. Berufen wurden die 15 hochrangigen Expert_innen aus Natur- und Sozialwissenschaften sowie Philosophie, Ethik und Recht Ende März vom Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. Ihr Mandat gilt bis 2019.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1998 spielt die EGE eine zentrale Rolle in der Unterstützung und Förderung der Wertegemeinschaft der Europäischen Union. Die Hauptaufgaben der Expertengruppe liegen darin, komplexe ethische Fragestellungen zu identifizieren, zu analysieren und Handlungsempfehlungen für die Europäische Kommission abzugeben.

Die neue Vorsitzende des Gremiums sieht eine Vielzahl wichtiger Themen für den Ethikrat: „Wir leben in einer Welt enormer technologischer Entwicklungen und eines rasanten Wandels in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Digitalisierung und automatisierte Prozesse etwa verändern unsere alltägliche Arbeit und darüber hinaus die Bedingungen von Arbeit insgesamt. Das wirft tief greifende ethische und konzeptionelle Fragen auf. Die EGE möchte einen Beitrag dazu leisten, die sich bietenden Chancen zum Wohle der Menschen und zur Stärkung Europas verantwortungsvoll zu nutzen.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Die ceres Ringvorlesung „Der ganz normale Wahnsinn? Psychische Erkrankungen als gesellschaftliche Aufgabe“ fand im vergangenen Wintersemester großen öffentlichen Anklang. Nun hat Deutschlandradio Wissen drei Vorträge aus der Veranstaltungsreihe ausgestrahlt.

Die Sendungen Bist du irre? mit der Vorlesung von PD Dr. Georg Schomerus zu „Wissen und Annahmen über psychische Erkrankungen in der Bevölkerung“ und Wenn dein Wille nicht mehr zählt mit den Vorträgen von Prof. Dr. Tanja Henking und Prof. Dr. Alfred Simon zum Thema „Selbstbestimmung in der Psychiatrie“ sind ab sofort in der Rubrik „Hörsaal“ des Deutschlandradios als Podcasts abrufbar. Auf der ceres Website stehen sie ebenfalls zum Download bereit.

Am 30. April wird um 18 Uhr zudem die Vorlesung von Prof. Dr. Luise Reddemann und Dipl.-Psych. Eva van Keuk zum Thema „Wenn Krieg und Verfolgung die Seele krank machen“ bei Deutschlandradio Wissen ausgestrahlt. Auch dieser Mitschnitt wird anschließend als Podcast verfügbar sein.

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