Eröffnungssymposium 4.- 5.9.2014

Gerechtigkeit im Lebensverlauf

Biografien in einer Gesellschaft des langen Lebens

 

Am 4. und 5. September 2014 wurde ceres mit einem wissenschaftlichen Symposium festlich eröffnet. Über 300 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und der interessierten Öffentlichkeit fanden sich in der Aula der Universität zu Köln ein, um gemeinsam zum Thema "Gerechtigkeit im Lebensverlauf - Biografien in einer Gesellschaft des langen Lebens" zu diskutieren.

Zum Thema des Symposiums:

Leitmotiv der Tagung war die Gesellschaft des langen Lebens, in der wir heute leben. Junge und alte Menschen müssen immer mehr Lebenszeit aktiv gestalten. Dabei sind sie an gesellschaftliche Rahmenbedingungen gebunden, die wiederum von der sozialen Praxis beeinflusst werden. Lebensbereiche wie Ausbildungswesen, Arbeitswelt, Gesundheitsversorgung und Kultur stehen angesichts einer immer höheren Lebenserwartung vor neuen inhaltlichen und strukturellen Herausforderungen. Jeder Einzelne trägt hierbei eine stetig komplexer werdende Verantwortung. Unser Leben wird jedoch nicht nur länger, auch das Altern wird immer unterschiedlicher.

Hieraus ergibt sich ein immer facettenreicher werdendes Bild des Alterns, das ganz verschiedene Lebensentwürfe umfasst. Die Gesellschaft des langen Lebens als Gesellschaft der Vielfalt stellt uns vor eine Vielzahl an Fragen:

  • Wie sollen wir unsere sozialen Lebensbereiche gestalten, um Gerechtigkeit im Lebensverlauf zu erreichen?
  • Welche Verantwortung trägt das Individuum und an welchen Gestaltungsprinzipien soll sich die Gesellschaft für ihr Zusammenleben orientieren?
  • Wie gewährleisten wir eine gerechte und zugleich nachhaltige individuelle und soziale Zukunftssicherung?
 

Das Thema wurde während des zweitägigen Symposiums aus den Perspektiven der Philosophie, der Medizin, des Rechts, der Psychologie, der Humanwissenschaften sowie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beleuchtet.

In einer Podiums- und Plenardiskussion kamen die unterschiedlichsten Lebensperspektiven zu verschiedenen Lebensphasen zu Wort.

Am zweiten Tag wurden grundlegende Gerechtigkeitsfragen in zwei wissenschaftlichen Workshops zu den Themen "Health Literacy and Justice" und "Aging and Justice" weiter vertieft.

Prof. Dr. iur. Dr. sc. pol. Udo di Fabio (Richter des Bundesverfassungs-gerichts a.D./ Institut für Öffentliches Recht, Universität Bonn)
bei der feierlichen Eröffnung von ceres am 4. September 2014