Gesundheitskompetenz 

Gender-spezifische Gesundheitskompetenz von Individuen mit Migrationshintergrund: Systematischer Review mit Metaanalyse von individuellen Teilnehmerdaten (GLIM)

Dauer: 07/2017 - 06/2019

Projektleitung


Prof. Dr. med. Christiane Woopen
Prof. Dr. Elke Kalbe
Priv.-Doz. Dr. med. Nicole Skoetz
Koordination: Annika Baumeister, M.Sc.


Hintergrund

Gesundheitskompetenz als Fähigkeit, sich Zugang zu Gesundheitsinformationen zu verschaffen, diese zu verstehen, zu bewerten und in gesundheitsförderliches Verhalten zu übersetzen, kann zu einer effizienteren Nutzung des Gesundheitssystems beitragen. Untersuchungen zeigen, dass eine niedrige Gesundheitskompetenz mit geringerer Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen, einer weniger ausgeprägten Therapietreue, häufigeren Krankenhausaufenthalten und Notfallbehandlungen sowie einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko verbunden ist.

Auch soziale Faktoren können sich auf die Gesundheitskompetenz auswirken. So gehen ein niedriger sozialer Status, ein geringes Bildungsniveau, ein hohes Alter sowie ein Migrationshintergrund mit einem erhöhten Risiko einer eingeschränkten Gesundheitskompetenz einher. Erste Studien berichten außerdem von signifikanten Zusammenhängen zwischen Gesundheitskompetenz und Geschlecht; sie betonen die Notwendigkeit, Interventionen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz speziell auf Frauen und Männer zuzuschneiden.

Fragestellungen und Ziele

Ausgangspunkt des Projekts bildet die Vermutung, dass die Gesundheitskompetenz gerade bei Migrantinnen geringer ausgeprägt sein kann. Empirische Forschungen haben gezeigt, dass dieser Zielgruppe  geringere Zugangswege zu Bildung und gender-spezifische Rollenerwartungen die Teilhabe am Gesundheitssystem erschweren können. Gestützt wird diese Annahme durch Hinweise darauf, dass Migrantinnen im allgemeinen Vergleich einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen und Vorsorgemaßnahmen seltener in Anspruch nehmen.

Ein Ziel des Projekts ist es, mithilfe von Systematic Reviews herauszufinden, ob das Geschlecht einen Effekt auf die Gesundheitskompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund hat. In zwei Expertenworkshops sollen zudem die speziellen Bedarfe und Herausforderungen von MigrantInnen hinsichtlich möglicher gender-spezifischer Aspekte der Gesundheitskompetenz herausgearbeitet werden. In getrennten Fokusgruppen werden sowohl MigrantInnen selbst als auch ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis über ihre Erfahrungen und Bedürfnisse diskutieren. Darauf aufbauend sollen erste Strategien entwickelt werden, die die Gesundheitskompetenz von Frauen und Männern mit Migrationshintergrund gezielt fördern.

Kontakt

Annika Baumeister, M.Sc.

ceres – Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health
Universitätsstr. 91
50931 Köln

+49 (0)221 - 470 89139
annika.baumeister [at] uk-koeln.de