Gesundheitskompetenz 

Crossing Lines between Health & Illness. Ethische, psychosoziale, rechtliche und gesundheitsökonomische Herausforderungen der Systemmedizin

Dauer: 09/2014-08/2017

Projektleitung


Prof. Dr. theol. Peter Dabrock (Universität Erlangen-Nürnberg)

Projektbeteiligte


Prof. Dr. med. Rita K. Schmutzler
Prof. Dr. iur. Stefan Huster
(Universität Bochum)
Prof. Dr. rer. pol. Jürgen Wasem
(Universität Duisburg-Essen)

Hintergrund und Ziele

Zeitigt das Aufkommen der Systemmedizin einerseits (potentiell) immense Fortschritte im Verständnis der Prävention und Therapie komplexer Erkrankungen, verstärken diese Innovationen andererseits die damit verbundenen ethischen, psychosozialen, rechtlichen und gesundheitsökonomischen Herausforderungen, die vor bzw. parallel zur Implementierung systemmedizinischer Ansätze in Forschung und Klinik dringend einer Bearbeitung bedürfen. Systemmedizinische Ansätze sind besonders im Bereich der Tumorerkrankungen relevant. Als paradigmatischer Fall kann hier das hereditäre Mammakarzinom dienen, für das im Vergleich zu anderen Tumorarten die umfangreichsten genomischen Daten vorliegen und das aktuell durch den sog. „Jolie-Effekt“ in besonderem Maße in der Öffentlichkeit steht.

Die möglichen Konsequenzen, die sich aus der Systemmedizin für den klinischen Alltag und für die Strukturen der Gesundheitsversorgung ergeben können, sind allerdings bislang unklar. Ziel des Verbundes ist es daher, ethische, psychosoziale, rechtliche und ökonomische Benchmarks zu definieren und auf dieser Grundlage eine Matrix zu entwickeln, die als Basis für die gesundheitssystemische und  politische Steuerung der identifizierten Anforderungen dienen kann. Für die Bearbeitung dieser Zielstellung steht dem Verbund mit den Daten des Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs die weltweit größte Kohorte an Risikopersonen für Brust- und Eierstockkrebs zur Verfügung.