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2016

Wie zukunftsweisend ist die Vorstellung einer gendersensitiven Gesundheitskompetenz? Dieser Frage widmete sich die internationale ceres Tagung „Gender-Sensitive Health Literacy – A Future Concept for Public Health?“, die am 27. Oktober 2016 in der Fritz Thyssen Stiftung in Köln stattfand. Die in Kooperation mit dem Fachbereich Medizinische Psychologie / Neuropsychologie und Gender Studies der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln sowie dem Prodekanat für Akademische Entwicklung und Gender veranstaltete Tagung führte über 100 Teilnehmende aus ganz Deutschland und dem internationalen Raum nach Köln. Moderiert wurde die Veranstaltung von den Gastgeberinnen Prof. Dr. Christiane Woopen (geschäftsführende Direktorin von ceres und Prodekanin für Akademische Entwicklung und Gender) und Prof. Dr. Elke Kalbe (Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie der Uniklinik Köln).

Renommierte Expert_innen – unter ihnen Kristine Sørensen, PhD (NL), Prof. Dr. Thomas Abel (SUI), Prof. John Oliffe, PhD, RN (CAN), Prof. Cristine Smith, EdD (USA) und Prof. Richard Osborne, PhD (AUS) –  beleuchteten vielfältige Zusammenhänge von Genderaspekten und Gesundheitskompetenz aus den Perspektiven der Wissenschaft, Gesundheitspolitik, Medizin und Gesellschaft. Die Tagung bot damit erstmals eine Plattform für den interdisziplinären Austausch über Fragestellungen und Herausforderungen eines Konzepts für gendersensible Gesundheitskompetenz. Die regen Diskussionen belegten erneut, dass es einer weiteren Erforschung des Themenfeldes bedarf. In einem internen Follow-up-Workshop wurden am nächsten Tag Kooperationsmöglichkeiten und potentielle Forschungsvorhaben ausgelotet.

Zum Abschluss zweier gleichermaßen interessanter wie intensiver Tage stellte Prof. Osborne 20 ausgewählten Nachwuchswissenschaftler_innen in seinem Meet-the-Expert-Workshop „New Health Literacy Tools to Advance the Health Literacy Agenda“ Ergebnisse aus seiner aktuellen Forschung vor. Die angeregte Diskussion ermöglichte es den Teilnehmenden, zahlreiche Anknüpfungspunkte zu ihren eigenen Forschungsvorhaben zu knüpfen und Inspiration für die weitere Forschung im Themenfeld Gesundheitskompetenz zu bekommen.

Visuelle Eindrücke von der Tagung finden Sie hier.

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Die ceres Hochaltrigenstudie NRW80+ wurde mit großem Erfolg auf dem diesjährigen gemeinsamen Kongress der deutschen, österreichischen, und schweizerischen Fachgesellschaften für Gerontologie und Geriatrie dem deutschsprachigen Fachpublikum vorgestellt. Der von über 1.000 Teilnehmer_innen besuchte Kongress fand unter dem Motto „Leben und Altern – Funktionalität und Qualität“ vom 7. bis 10. September 2016 in Stuttgart statt.

Neben einem Vortrag und zwei Posterpräsentationen organisierte das Projektteam auch ein Symposium mit dem Titel „Zum Stand der deutschsprachigen Hochaltrigenforschung.“ Hierfür konnten mit  Prof. Dr. Daniela Jopp (Universität Lausanne), Dr. Georg Ruppe (ÖPIA, Wien) und Dr. Markus Wettstein (Universität und Netzwerk Alternsforschung Heidelberg) herausragende Experten aus dem Bereich der Hochaltrigen- und Hundertjährigenforschung gewonnen werden. Die Diskussion der aktuellen Studienlage und der Forschungsstandes  machte noch einmal deutlich, wie wichtig die ceres Hochaltrigenstudie ist, um Möglichkeiten einer besseren Einbeziehung der hochaltrigen Allgemeinbevölkerung in die gerontologische Forschung auszuloten und die Lebensqualitätsforschung insbesondere für diesen Lebensabschnitt weiterzuentwickeln.

Abgerundet wurde die gelungene Darstellung des Projektes NRW80+ durch die Prämierung des Beitrags „Spiritualität – mehr als Coping?“ der Doktorandin Anna Janhsen, die mit dem zweiten Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie ausgezeichnet wurde. Hierzu gratulieren wir ihr sehr herzlich!

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Am 23.09.2016 empfing ceres eine achtköpfige Delegation aus Kuba. Das Treffen war Bestandteil einer einwöchigen, vom Gästeprogramm der Bundesrepublik Deutschland und der Staatskanzlei NRW organisierten Forschungsreise zum Thema „Biotechnologische Forschung und Entwicklung in Medizin und Pharmazie“, die die Gäste aus Mittelamerika nach Berlin, Bonn, Düsseldorf und Köln führte.

Der kubanischen Delegation unter Leitung von Dr. Alfredo González Lorenzo (Vizeminister für Gesundheit) gehörten hochrangige Vertreter/innen aus der kubanischen Gesundheits- und Wissenschaftspolitik, Biotechnologie, Medizin und Pharmazie an. Neben dem Besuch bei ceres standen unter anderem Gespräche mit führenden Gesundheitspolitiker/innen der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Besuche der Berliner Charité, des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen auf dem Programm.

Großes Interesse zeigten die kubanischen Gäste vor allem am ceres Themenschwerpunkt Altern und demografischer Wandel. Neben der Arbeit des Clusters zu Lebenswelten im Wandel interessierten sie sich insbesondere für die repräsentative, vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW geförderte Hochaltrigenstudie NRW80+ zu Lebensqualität und subjektivem Wohlbefinden hochaltriger Menschen in Nordrhein-Westfalen. Die Vertreter der Delegation ermöglichten ceres wiederum spannende Einblicke in den Umgang mit demografischen Herausforderungen in Kuba. Der Austausch soll nun bilateral vertieft werden. 

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Welche Erwartungen haben Menschen, die sich untersuchen lassen, um etwas über ihr Risiko zu erfahren, in Zukunft an Alzheimer-Demenz zu erkranken? Was sollten Ärzte beachten, wenn sie bei Patienten das individuelle Risiko bestimmen? Welchen Vorteil kann die Risikobestimmung angesichts bislang unzureichender Therapieoptionen für die Betroffenen und ihre Familien haben? 

Vor dem Hintergrund der jüngsten Fortschritte in der Vorhersage der Alzheimer-Demenz werden immer häufiger Untersuchungen zur Risikoabschätzung durchgeführt; häufig auf Wunsch der Patienten selbst. Jedoch kann die Prognosemitteilung aufgrund der derzeit noch sehr geringen Behandlungsmöglichkeiten zu erheblichen Belastungen für Betroffene und Angehörige führen. 

Hier setzt das ceres-Projekt „Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Prädiktion der Alzheimer-Erkrankung: Lebensqualität von Risikopatienten und nahen Angehörigen“ (PreDADQoL) an, das in Kooperation mit der Fundació ACE Barcelona an der Universität zu Köln durchgeführt wird. PreDADQoL will durch die Entwicklung ethischer und rechtlicher Rahmenvorgaben für die Durchführung prädiktiver Diagnostik der Alzheimer-Erkrankung eine wichtige Forschungslücke schließen. Zudem sollen Erwartungen und Effekte von Vorhersageuntersuchungen bei Risikopatienten untersucht und konkrete Handreichungen für die klinische Praxis erarbeitet werden. Das Projekt wird zusammen mit einem Forscherteam aus Spanien durchgeführt, um internationale Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu erhalten.

Koordiniert wird PreDADQoL von Prof. Dr. Christiane Woopen. Zum Forscherteam gehören der geschäftsführende Direktor des Instituts für Medizinrecht der Universität zu Köln, Prof. Dr. Christian Katzenmeier, der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln, Prof. Dr. Frank Jessen, und die Direktorin des Barcelona Alzheimer Treatment & Research Centers, Mercè Boada, MD, PhD.

Weitere Informationen finden Sie unter ceres.uni-koeln.de/forschung/projekte/predadqol/.

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Täglich hinterlassen wir im Internet unzählige persönliche Daten und gehen Verträge ein, deren Inhalt wir nicht gelesen haben. Diese Daten zu sammeln, auszuwerten und weiterzugeben, ist für viele Unternehmen zu einem lukrativen Geschäft geworden. Nutzer/innen digitaler Medien aber fehlen das Vertrauen, die Transparenz und der Einfluss darauf, was mit ihren Daten geschieht. Das behindert ihre digitale Selbstbestimmung.

Forscher/innen von ceres haben in einem von der Deutschen Telekom AG geförderten Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Woopen und Prof. Dr. Christian Rietz nun erstmals ein theoretisches Konzept „digitaler Selbstbestimmung“ entwickelt und darauf aufbauend eine repräsentative Befragung durchgeführt. Mit sieben Begriffskomponenten bestimmen die Wissenschaftler/innen genauer, was wir eigentlich meinen, wenn wir von „digitaler Selbstbestimmung“ sprechen: Kompetenz, Informiertheit, Werte, Wahlmöglichkeit, Freiwilligkeit, Willensbildung und Handlung. Ergänzt wird das Konzept durch technische, soziokulturelle und personenbezogene Determinanten.

Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich, dass die Sicherheit persönlicher Daten im Internet von den Nutzer/innen angezweifelt wird. Sie weisen ein eher geringes Vertrauen gegenüber Unternehmen auf hinsichtlich der Frage, ob diese vertrauensvoll mit persönlichen Daten umgehen. Darüber hinaus wird die Möglichkeit, sich über gespeicherte persönliche Daten im Internet zu informieren, als unzureichend beurteilt. Die Nutzer/innen wünschen sich mehr Informationen darüber, welche Daten von wem und zu welchem Zweck verwendet werden. Damit einhergehend wird eine stärke Einflussnahme auf die Speicherung und Verwendung persönlicher Daten gefordert. Die Studie zeigt somit, dass Vertrauen, Transparenz und die Möglichkeit der Einflussnahme drei wichtige Wegweiser auf dem Weg in eine selbstbestimmte digitale Zukunft sind.

Lesen Sie zur Studie den Artikel Rezepte gegen die digitale Vertrauenslücke aus der FAZ vom 01.08.2016.

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Am 13.06.2016 begrüßte ceres acht ausgewählte japanische Nachwuchswissenschaftler_innen in Köln, um mit ihnen über Forschungsaktivitäten im Bereich der Alternsforschung zu diskutieren. Der Besuch fand im Rahmen des Junior Experts Exchange Programs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt, einem deutsch-japanischen Austauschprogramm für herausragende Nachwuchswissenschaftler_innen und Fachleute unter 40 Jahren. Das Programm steht im akademischen Jahr 2015/2016 unter der Überschrift „Gesundheit und Technik in der Alternden Gesellschaft“, einem Thema, das sowohl für die japanische als auch für die deutsche Gesellschaft immer bedeutender wird.

Neben Forscher_innen u.a. von der Kobe Universität, der Toho Universität, der Harvard Medical School und dem renommierten National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) nahmen auch Wirtschaftsfachleute, beispielsweise aus der Entwicklungsabteilung von Olympus, am Treffen teil. 

Auf ihrer zehntägigen Reise, die das JDZB in Kooperation mit dem BMBF organisierte, erhalten die „Junior Experts“ die Möglichkeit, Einblicke in die Arbeit führender Forschungsinstitutionen und Unternehmen zu bekommen sowie internationale Kontakte zu knüpfen. Neben ceres standen unter anderem Besuche des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns in Köln, des Interdisziplinären Zentrums für Altersforschung in Nürnberg oder des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena auf dem Programm. 

Während des Treffens kristallisierten sich eine Reihe von Anknüpfungspunkten zwischen den japanischen „Junior Experts“ und den Kölner Forscher_innen heraus. Reges Interesse bestand insbesondere an der ceres-Studie zu Lebensqualität und Wohlbefinden hochaltriger Menschen in Nordrhein-Westfalen (NRW80+). Der für beide Seiten gewinnbringende Austausch soll nun bilateral fortgesetzt werden, um die geknüpften Kontakte für die zukünftige Arbeit der Beteiligten weiter fruchtbar machen zu können.

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